Puls fühlen

NeujEmpfangEIN_alleAusschnittNeujEmpfangEIN_SchwarzGraschaEs war natürlich das Top-Thema bei den vielen Gesprächen vor und nach dem offiziellen Teil des Neujahrsempfangs gestern Abend in Einbeck: Wie geht die Wahl aus? Wer gewinnt am Sonntag? Fast exakt 48 Stunden vor Schließung der Wahllokale waren noch einmal alle versammelt, viele von ihnen stehen zur Wahl, und hörten einen kurzweiligen Vortrag über den PS-Speicher von Karl-Heinz Rehkopf.

An den Stehtischen beim „Get together“ und anschließend an den Vortrag konnte dann der Puls gefühlt werden, wie Moderator Eberhard Schmah einleitete. „Es liegt Spannung in der Luft.“ Unter den Gästen waren nicht nur zahlreiche Kandidaten für den Stadtrat, sondern auch die beiden Bürgermeister-Kontrahenten, Ulrich Minkner und Dr. Sabine Michalek. Außerdem die Landtagsabgeordneten Joachim Stünkel, Uwe Schwarz und Christian Grascha (Foto links).

Ein wenig war trotz der Spannung aber bei vielen Akteuren auch Erleichterung zu spüren. Ein knochenharter Winterwahlkampf mit dichter Terminfolge liegt so gut wie hinter den meisten. Zur Stunde noch ein letzter Straßenwahlkampf an den Ständen auf dem Marktplatz im Schneetreiben, dann haben die Wähler das Wort.

Advertisements

Zu Beethoven-Klängen durch die Marktstraße

Da hat es der Wahlkampf in der Marktstraße von Einbeck gestern Abend sogar in die Tagesthemen der ARD geschafft, inklusive Schwenk auf die Wahlplakate von Grünen, SPD, Uwe Schwarz und Dr. Sabine Michalek. (hier geht’s zum Video auf der ARD-Seite) Im Zeitraffer läuft der Kameramann durch die Fußgängerzone.

Okay, es ging gar nicht um Einbeck in dem Beitrag, es ging um die FDP. Und die, zugegeben, gestern sehr leere Fußgängerzone im Schneegestöber musste zu den Klängen von Beethoven herhalten für eine 3:37-minütige Geschichte über die ums Überleben kämpfende FDP in Niedersachsen, die das Zünglein an der Waage sein könnte, mit Stefan Birkner an der Spitze. Der Landesvorsitzende und Umweltminister hat gestern in der Marktstraße potenzielle Wähler davon zu überzeugen versucht, am nächsten Sonntag die Liberalen zu wählen. OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Not der ARD-Kollegen, genügend Bilder zu produzieren, war offenbar so groß, dass selbst ich beinahe meinen Tagesthemen-Auftritt hätte haben können ;-) Eigentlich wollte ich nur auf das kleine Grüppchen zugehen in der Marktstraße, um selbst zu berichten, als Wahlkämpfer Birkner mit Marzipan-Täfelchen und Info-Flyer bewaffnet sofort auf mich zu eilte, weil er offenbar endlich einen Passanten und Wähler gefunden hatte, ohne dass ich mich noch vorstellen konnte… die Kamera lief mit… bis ich die lieben Kollegen freundlich bat, doch bitte nicht Kollegen zu filmen ;-)

Das Marzipan-Täfelchen hat jedenfalls geschmeckt…


Wahlkampf-Operation Krankenhaus

SAMSUNGNiemand wollte es in den Wahlkampf ziehen, das haben immer alle beteuert. Schließlich ist sich die Politik hier auch imgrunde einig, alle Einbecker Politiker (okay, einer vielleicht nicht) wollen das Sertürner-Krankenhaus erhalten, notfalls mit Millionen Steuergeldern. Zumindest sagen sie das vor dem Wahltag am 20. Januar. Zurzeit ist das auch geltende Beschlusslage (nach den Dezember-Entscheidungen von Stadtrat und Landrat/Kreisausschuss).

Niemand will angefangen haben, will derjenige sein, der die insolvente Klinik für seine politischen Zwecke einspannt.

Es ist ohnehin müßig, den ersten Stein zu suchen.

Jetzt, eine Woche vor der Wahl, ist das Einbecker Krankenhaus endgültig in die Mühlen des Kommunalwahlkampfes in Einbeck geraten. Vor allem bei der Auseinandersetzung, wer künftig Bürgermeister von Einbeck sein soll, nimmt die Debatte an Schärfe zu. Wer heute die Zeitung liest, wer die Anzeigen und Leserbriefe studiert, kann keinen anderen Eindruck gewinnen. Aktuell hat sich der Einbecker CDU-Chef und Kreistagsabgeordnete Dirk Ebrecht mit einem Offenen Brief an SPD-Kreistagsfraktionschef Martin Wehner zu Wort gemeldet, der erstaunliche Details offenbart. Hier der Wortlaut: OffenerBriefEbrecht120113

Spätestens, nachdem der Landrat gestern den Kreistag zu einer Sondersitzung einberufen hat, ist das finanziell angeschlagene Krankenhaus mit seinen rund 250 Mitarbeitern zum Top-Thema der letzten, der entscheidenden Wahlkampfwoche geworden. Das Schwarze-Peter-Spiel hat längst begonnen.

Dabei ist absehbar, was da am nächsten Dienstag im Kreistag geschehen wird: Niemand wird vor dem Wahltag sagen, er sei gegen das Einbecker Krankenhaus. Auch wenn er damit vielleicht ehrlich wäre. Wer dies tut, riskiert am nächsten Wahlsonntag dafür abgestraft zu werden, das sind die politischen Spielregeln. Die Bürgschaft wird beschlossen werden, die dafür notwendigen Zusagen werden gegeben, politisch gedacht wird sich kein Landesminister die Blöße geben, wenige Tage vor einer Landtagswahl ein Krankenhaus zu schließen.

Die entscheidende Frage ist, ob das alles dem Einbecker Krankenhaus nachhaltig hilft…

Und welche Halbwertzeit die Zusagen haben…


Wählt mich, helaaf…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGeradezu Spalier standen heute Mittag die wahlkämpfenden Kommunalpolitiker auf dem Einbecker Marktplatz, als zur Schlüsselübergabe der Karnevalsfreunde das Prinzenpaar mit Gefolge zum Rathaus strebte.

Kurz wurde das Umwerben der Passanten unterbrochen, einige grüßten närrisch und sandten damit auch ein „Einbeck Helaaf“ in Richtung Bürgermeister, der dem Cabrio des Prinzenpaares folgte. Seinen Schlüssel ist er vor dem Rathaus verlustig gegangen, den haben jetzt die Karnevalisten. Alles andere entscheiden die Wähler am 20. Januar…