Puls fühlen

NeujEmpfangEIN_alleAusschnittNeujEmpfangEIN_SchwarzGraschaEs war natürlich das Top-Thema bei den vielen Gesprächen vor und nach dem offiziellen Teil des Neujahrsempfangs gestern Abend in Einbeck: Wie geht die Wahl aus? Wer gewinnt am Sonntag? Fast exakt 48 Stunden vor Schließung der Wahllokale waren noch einmal alle versammelt, viele von ihnen stehen zur Wahl, und hörten einen kurzweiligen Vortrag über den PS-Speicher von Karl-Heinz Rehkopf.

An den Stehtischen beim „Get together“ und anschließend an den Vortrag konnte dann der Puls gefühlt werden, wie Moderator Eberhard Schmah einleitete. „Es liegt Spannung in der Luft.“ Unter den Gästen waren nicht nur zahlreiche Kandidaten für den Stadtrat, sondern auch die beiden Bürgermeister-Kontrahenten, Ulrich Minkner und Dr. Sabine Michalek. Außerdem die Landtagsabgeordneten Joachim Stünkel, Uwe Schwarz und Christian Grascha (Foto links).

Ein wenig war trotz der Spannung aber bei vielen Akteuren auch Erleichterung zu spüren. Ein knochenharter Winterwahlkampf mit dichter Terminfolge liegt so gut wie hinter den meisten. Zur Stunde noch ein letzter Straßenwahlkampf an den Ständen auf dem Marktplatz im Schneetreiben, dann haben die Wähler das Wort.

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Bewegung, im Winter, auf der Straße

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Parteien geben alles auf den winterlich weißen Straßen und Plätzen, verteilen Kochlöffel aus Holz, Würstchen, Marzipan und Bonbons. Daneben die Infopapiere. Als heute Umweltminister und FDP-Spitzenmann Stefan Birkner in Einbeck in den Straßenwahlkampf eingriff, kam es zu einer besonderen Begegnung. Viele Passanten waren in der Marktstraße nicht gerade unterwegs, das ihn filmende NDR-Team suchte schon händeringend nach Wählerkontakt mit dem FDP-Politiker.

Auf dem Marktplatz hingegen trafen (ohne TV-Kameras) Stefan Birkner und FDP-Landtagskandidat Christian Grascha auf den Parlamentskollegen von der CDU, Joachim Stünkel. Der packte mit seinen Parteifreunden die Tische vor dem Rathaus gerade ins Wahlkampfmobil.

Birkner rief im Pressegespräch der Liberalen im warmen Brodhaus-Fass seine Parteifreunde (und ein bisschen auch die nicht dabei sitzende CDU) dazu auf, bis zur letzten Minute zu mobilisieren. Der Politiker sieht ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb, die Frage, ob seine Partei die Fünf-Prozent-Hürde überspringt, stellt sich ihm schon gar nicht mehr. Für Birkner geht es darum, ob es gemeinsam mit der Union reicht, die Regierung fortzusetzen. „Da ist Bewegung drin, das wird sich auf den letzten Metern entscheiden.“

Und auf diesen letzten Metern bis zur Wahlurne geben die Parteien noch einmal alles. Nächsten Sonnabend dürfte die Fußgängerzone mitten in Einbeck einer großen Standfläche für die verschiedenen Parteien und Gruppierungen gleichen.


Was digitale Fotos verraten…

SchüneGrSt_012013Da wollten sich die beiden um ihre Mandate kämpfenden Landtagsabgeordneten gestern und wenige Tage vor dem Wahltag nicht die Butter vom politischen Brot nehmen lassen: Zwei Stunden vor Beginn der Krankenhaus-Kreistagssitzung verschickten Christian Grascha (FDP) und Joachim Stünkel (CDU) über Graschas Landtagsbüro eine gemeinsame Pressemitteilung (Wortlaut hier: Landkreis Bürgschaft Krankenhaus_15.01.2013), dass die Bewilligung einer Bürgschaft über eine Million Euro durch den Kreistag ein positives Signal wäre… beide Politiker sind auch Kreistagsabgeordnete und stimmten gestern (positiv) mit ab

Im Kern überbrachten die beiden Politiker per Pressemitteilung rechtzeitig zum frühen Redaktionsschluss in Zeitungsredaktionen die Botschaft, der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann habe gegenüber den beiden Landtagsabgeordneten „in einem Gespräch zugesichert, die notwendigen Prüfungen auch weiterhin mit höchster Priorität im Sinne des Krankenhauses durchzuführen“. Die nächste Gesprächsrunde (nach positiver Entscheidung des Kreistages) mit dem Ministerium sei für heute (Mittwoch) vereinbart.

Auch das Sozialministerium habe ihnen gegenüber grünes Licht gegeben, Zitat: „Die Sozialministerin Frau Özkan hat mit heutigem Schreiben an den Landkreis erklärt, dass das Sertürner Krankenhaus für den Bedarf im Landkreis notwendig ist. Dies werde dadurch dokumentiert, dass es im Krankenhausplan des Landes für 2013 enthalten ist.“

Wann das Gespräch mit Schünemann stattfand, wollte Grascha gestern auf Nachfrage nicht sagen, nur soviel, dass es „in den letzten Tagen“ stattgefunden habe.

Das zusammen mit der Pressemitteilung verschickte Foto jedenfalls (Foto) ist vermutlich bei anderer Gelegenheit entstanden (denn ich möchte keinesfalls behaupten, dass uns da eine wochenalte Info als aktuell ausgegeben werden soll). Dass das Foto früher aufgenommen worden ist,  jedenfalls legen die Fotodaten nahe, die bei jedem digitalen Foto automatisch mit gespeichert werden und die hier verraten, dass die Aufnahme am 27. November 2012 um 13.58 Uhr entstanden ist. Wir gehen mal davon aus, dass der Fotograf Datum und Uhrzeit in seiner Kamera korrekt eingestellt hat.

Fotografiert wurde übrigens mit einer Canon EOS 350 D, ohne Blitz, bei einer Empfindlichkeit von 400 ISO mit Blende 5  und 1/50 Belichtungszeit…


C wie Canvassing

CIMG1220Den Begriff benutzt eigentlich nur die CDU, und das regelmäßig schon seit Jahren vor Wahlen: Canvassing. Die Christdemokraten meinen damit meist die Informationsstände, die sie in Fußgängerzonen, vor Einkaufsmärkten oder an sonst strategisch günstigen Standorten aufbauen, um für bevorstehende Wahlen zu werben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Joachim Stünkel (Foto, bei einem Firmenbesuch bei der Firma Heyne & Penke in Dassel) hat sich für den morgigen Donnerstag (17. Januar) zwischen 10 und 12 Uhr angesagt, auf dem Einbecker Marktplatz gemeinsam mit seinen Einbecker CDU-Parteifreunden zu canvassen, wenn man so sagen will.

Wenn wir mal auf Wikipedia vertrauen (was man ja nicht immer und überall tun sollte), dann versteht man unter Canvassing den „Kundenfang“ oder die „Stimmenwerbung“, also „die systematische Anbahnung eines direkten Kontaktes zu einer bestimmten Gruppe von Personen“, wie die Internet-Enzyklopädie schreibt. Als Ziel beschreibt Wikipedia: „Herauszufinden, wie der Wähler abstimmen wird. Diskussionen oder Überzeugungsarbeit sind von eher untergeordneter Bedeutung.“

Da können wir ja mal gespannt sein – und vorsichtig sein, wenn jemand herausfinden will, wie ich stimmen werde…


Bis die E-Mailfächer überlaufen…

albertschweitzerSPDDie letzte Woche vor dem Wahlsonntag hat begonnen, die Zeit also, die gemeinhin immer als die heiße Phase beschrieben wird. albertschweitzerCDU_CIMG1112

Erkennbar ist das vor allem daran, dass die Zahl der E-Mails von den Kandidaten überproportional ansteigt, besonders von den Landtagskandidaten. Jeder Besuch wird zur Meldung verarbeitet, die armen Kolleginnen und Kollegen in den Zeitungsredaktionen, die dieser Flut fair begegnen müssen und wollen.

Wie unterschiedlich solche Besuche ablaufen können und wie verschieden dann die Betroffenen darüber berichten, machen zwei Mitteilungen deutlich von Visiten beim Albert-Schweitzer-Familienwerk in Uslar. Joachim Stünkel (CDU) war dort (Wortlaut der Mitteilung), Uwe Schwarz (SPD war auch dort (Wortlaut der Mitteilung).

Schön ist, einmal die Unterschiede zu registrieren (und ich meine jetzt nicht, wieviele Menschen bei den jeweiligen Besuchen mit am Tisch gesessen haben, wie es die aus gegensätzlichen Perspektiven im gleichen Raum aufgenommenen Fotos zeigen, es gab bei beiden Besuchen Kekse, Kaffee und Wasser).

Fairerweise sei vorausgeschickt, dass Schwarz als langjähriger Sozialpolitiker eventuell leichte fachliche Vorteile hat bei einem Besuch in einer Einrichtung wie dem Albert-Schweitzer-Familienwerk. Angemerkt sei außerdem, dass beide Kandidaten unterschiedlich ausführliche Mitteilungen in die Redaktionen schicken. Bemerkenswert sind die jeweiligen Pressemitteilungen aus den jeweiligen Sichtweisen der konkurrierenden Politiker dennoch.

Während Stünkel über Auswirkungen der Schuldenbremse und über den Einsatz von Pflegekräften aus dem europäischen Ausland gesprochen hat, setzt Schwarz bei der Pflege auf die kostenlose Ausbildung von Pflegekräften und die angemessene Bezahlung selbiger.


Auf dem Lanz in den Landtag

OLYMPUS DIGITAL CAMERAVom Land für das Land – das ist seit jeher der Slogan von Joachim Stünkel. Heute Abend startete der CDU-Landtagsabgeordnete aus Lüthorst in Einbeck seinen Wahlkampf. Und sozusagen standesgemäß fuhr Stünkel seine Überraschungsgäste in die Fahrzeughalle, in der rund 100 Anhänger bei Politik, Musik von DJ Tanzbär und Gesprächen und Getränken den Abend verbrachten.

Joachim Stünkel steuerte den Traktor, vorn saß der „Singende Landtagsabgeordnete“, Johann-Heinrich Ahlers aus Nienburg, mit dem Akkordeon. An seiner linken Seite hatte Stünkel seine CDU-Landtagskollegen Clemens Große Macke (Cloppenburg) und Frank Oesterhelweg (Wolfenbüttel). Malte Schober aus dem CDU-Nachbarwahlkreis Northeim ergänzte die Trecker-Truppe, die mit dem Lanz da war. Und auch der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha (Einbeck) hatte die Einladung Stünkels angenommen und war begeistert beim Wahlkampfauftakt dabei, stieg auf den Wagen und sang mit.

So weit, dass Stünkel seinem Kollegen Grascha die Zweitstimme überlassen würde, wollte der Lüthorster dann aber doch nicht gehen: Joachim Stünkel gab sich kämpferisch, warb für eine starke CDU. Er möchte den Wahlkreis direkt gewinnen, und er möchte keinesfalls wiederholen, dass ihm wieder (wie vor fünf Jahren) 226 Stimmen fehlen.


Party und Politik – und Überraschungen…

brunnenfestKlaedenStünkelAhlersParty und Politik, zum Anfassen und Erleben und mit Überraschungen – das verspricht der CDU-Landtagsabgeordnete Joachim Stünkel bei seinem Wahlkampfauftakt am 4. Januar in Einbeck. Der Lüthorster hat nicht nur DJ Tanzbär am Start, sondern auch den Singenden Landtagsabgeordneten Johann-Heinrich Ahlers (Foto), der schon beim Lüthorster Brunnenfest im vergangenen August für Stimmung sorgt, am Saxophon genauso wie am Akkordeon (hier gibt’s einen Video-Clip). Und dann kündigt Stünkel noch ganz geheimnisvoll „mehrere Überraschungsgäste“ an, die ab 19 Uhr in der Fahrzeughalle von Henniges an der Hullerser Landstraße dabei sein werden. Mehr ließ sich der CDU-Politiker bislang nicht entlocken…

Vielleicht gibt’s ja auch Überraschungen dieser lustigen Sorte… Dinah Stollwerck-Bauer (CDU) aus dem Nachbarwahlkreis hat jedenfalls diesen staatstragenden Spot bei Youtube eingestelltstollwerckBauerYoutube


Landtagsfeeling bei Infoveranstaltung

Wenn schon nicht so viele Normalbürger da sind, können wir doch wenigstens die Gelegenheit ergreifen und mindestens eine Kreistagssitzung daraus machen. Das dachten sich vielleicht einige und legten dann mal los. Wobei die Debatte bei der Infoveranstaltung zur Kreisreform weitestgehend wenig polemisch und wahlkämpferisch verlief. Okay, ein paar Ausnahmen gab’s, aber letztlich konnten die Sprüche ja eh fast nur das eigene Parteivolk erreichen. Es sei denn, sie werden medial transportiert.

Als dann überraschend neben den „gesetzten“ Landtagsabgeordneten ein weiterer Landespolitiker, in diesem Fall sogar ein leibhaftiger Fraktionsvorsitzender, unvermittelt den Weg nach Einbeck zu dieser Veranstaltung fand und im Saal Platz nahm, war ein wenig Landtagsstimmung auf der Tagesordnung. Denn da standen nicht nur Joachim Stünkel (CDU) und Christian Grascha (FDP) am Mikrofon. Sondern in Reihe 1 saß Stefan Wenzel, oberster Grüner im hannoverschen Landtag, zuhause in Gleichen bei Göttingen. Also, irgendwie auch ein unmittelbar Betroffener von einer Kreisreform zwischen Northeim, Osterode und Göttingen.


Dreimal zum Weihnachtsmarkt in Hannover…

In der ersten Dezember-Woche gibt es ein spezielles Angebot für politische Interessierte. Ein Wahlkampf-Service der besonderen Art sozusagen. Da können Menschen aus dem Wahlkreis für kleines Geld nach Hannover zum Weihnachtsmarkt fahren. Naja, vorher ist natürlich noch ein bisschen Politik angesagt. An zwei Tagen bieten die drei Landtagsabgeordneten ihre Fahrten an: am 5. Dezember geht es mit Uwe Schwarz (SPD) und Christian Grascha (FDP) auf große Fahrt in die Landeshauptstadt (freilich in getrennten Bussen), am 6. Dezember chartert Joachim Stünkel (CDU) einen Reisebus nach Hannover.

Hier der Fahrplan, zur persönlichen Reiseplanung:

Uwe Schwarz, Abfahrt 12.30 Uhr in Einbeck (ZOB),  um 13 Uhr in Hilwartshausen und um 13.15 Uhr in Dassel, Rückfahrt aus Hannover: 20 Uhr.

Christian Grascha, Abfahrt 11.30 Uhr in Einbeck, Rückkehr gegen 20 Uhr in Einbeck.

Joachim Stünkel, Abfahrt 12 Uhr in Lüthorst am Kindergarten, 12.15 Uhr in Dassel am Rathaus und um 12.45 Uhr in Einbeck am ZOB. Um 13.15 Uhr werden die Teilnehmer in Bad Gandersheim am Domänenhof abgeholt. Rückfahrt aus Hannover gegen 20 Uhr.

Natürlich geht es nicht direkt an den Glühweinstand: Vor dem Punsch hat der Politiker das Parlament gestellt.

Der Ablauf dieser Fahrten jedoch ist stets gleich: Die Begrüßung im Landtag, danach steht nach einem kurzen Film über den Landtag ein Tribünenbesuch im Plenarsaal auf dem Programm, um sich die Debatten live vor Ort anzusehen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit verschiedenen Mitgliedern des Landtages ins Gespräch zu kommen. Letztlich ist noch Zeit zur freien Verfügung, jetzt in der Adventszeit gerne genutzt für den Besuch des nahen Weihnachtsmarktes. Abschließend: Rückfahrt aus Hannover.

Wohlsein!


EIN Minister mit Schildern

Man kann sicherlich streiten, ob ein Minister überhaupt für ein halbes Stündchen einen Zwischenstopp einlegen muss, um neue Auto-Kennzeichen in die Kameras zu halten. Aber es ist Wahlkampf, da nutzen die Herren (aber auch Damen) jede sich bietende Gelegenheit, öffentlich vorzukommen. Und da Verkehrsminister Jörg Bode ohnehin einen Termin in Göttingen hatte, war er quasi auf der Durchreise, morgens kurz vor Neun in Einbeck.

Unter dieser Kategorie Symbolpolitik lässt sich auch der Tatbestand abheften, dass zur Zulassung des ersten neuen EIN-Kennzeichens ebenso die Landtagsabgeordneten Christian Grascha (FDP) und Joachim Stünkel (CDU) zugegegen waren. Warum waren die da? Brauchte man jemanden zum Schilder halten? Warum nur die MdL aus dem Regierungslager? Oder bewusst nur diejenigen, die sich selbst ein EIN gönnen können, weil sie im Landkreis leben und Auto fahren?

Kritisch muss sich freilich auch meine eigene Zunft fragen lassen, ob die überregionalen Medien von TV und Radio an diesem frostigen, nebligen Novembermorgen wohl den Weg nach Einbeck gefunden hätten, hätte der wackere Horst Bode ganz alleine, allenfalls noch von Bürgermeister und/oder Landrat flankiert, sein EIN ans Auto geschraubt. Die Antwort ist klar: Nein.