EIN Minister mit Schildern

Man kann sicherlich streiten, ob ein Minister überhaupt für ein halbes Stündchen einen Zwischenstopp einlegen muss, um neue Auto-Kennzeichen in die Kameras zu halten. Aber es ist Wahlkampf, da nutzen die Herren (aber auch Damen) jede sich bietende Gelegenheit, öffentlich vorzukommen. Und da Verkehrsminister Jörg Bode ohnehin einen Termin in Göttingen hatte, war er quasi auf der Durchreise, morgens kurz vor Neun in Einbeck.

Unter dieser Kategorie Symbolpolitik lässt sich auch der Tatbestand abheften, dass zur Zulassung des ersten neuen EIN-Kennzeichens ebenso die Landtagsabgeordneten Christian Grascha (FDP) und Joachim Stünkel (CDU) zugegegen waren. Warum waren die da? Brauchte man jemanden zum Schilder halten? Warum nur die MdL aus dem Regierungslager? Oder bewusst nur diejenigen, die sich selbst ein EIN gönnen können, weil sie im Landkreis leben und Auto fahren?

Kritisch muss sich freilich auch meine eigene Zunft fragen lassen, ob die überregionalen Medien von TV und Radio an diesem frostigen, nebligen Novembermorgen wohl den Weg nach Einbeck gefunden hätten, hätte der wackere Horst Bode ganz alleine, allenfalls noch von Bürgermeister und/oder Landrat flankiert, sein EIN ans Auto geschraubt. Die Antwort ist klar: Nein.

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