Spannend bis in den größten kleinsten Ort

GfE Kandidaten Ortsrat SDHVielerorts wird es am nächsten Sonntag richtig spannend, wie denn die Kommunalwahlen ausgehen. Bis hier endgültige Gewissheit herrscht, wird es lange dauern (und vielleicht sogar schon wieder hell werden). Denn bevor die Wahlhelfer die Stimmzettel für die Ortsratswahlen in den 46 Ortschaften der neuen Stadt Einbeck in die Hand nehmen und zählen, müssen zunächst die Landtagswahl, dann die Bürgermeisterwahl und dann die Stadtratswahl ausgewertet sein. Vor Mitternacht dürfte da kaum eine erste verlässliche Zahl bekannt werden.

Spannend wird es am Sonntag beispielsweise in Salderhelden, der größten Ortschaft der Stadt Einbeck. Wer wird Ortsbürgermeister? Bleibt es der Amtsinhaber? Verändern sich die Mehrheitsverhältnisse? Wieviele Stimmen kann Albert Thormann (Foto, r., mit den anderen Ortsratskandidaten der GfE, Silke Richert und Matthias Siewert) auf sich vereinen, schadet das der CDU?

Denn Albert Thormann, der jetzt für die GfE antritt, war früher CDU-Mann, war lange Jahre selbst Ortsbürgermeister, saß für die CDU im Stadtrat und war dort zuletzt Ratsvorsitzender.

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GfE zum Anbeißen

OLYMPUS DIGITAL CAMERANoch ein kurzer Nachtrag zu den Dingen, die die potenziellen Wähler an den Infoständen so angeboten bekommen: der GfE-Keks. Mit viel Liebe und ebenso viel Butter gebacken, mit Buchstaben gestempelt, das ist der Keks der Unabhängigen Wählergemeinschaft, der neben Wahlprogramm, Kalender und Kugelschreiber ausliegt.

Das Kalkül? Wenn die Leute erstmal abgebissen haben, haben sie auch angebissen und machen ihre Kreuze bei den nicht mehr ganz neuen Neulingen? Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Die Kekse schmecken jedenfalls nicht schlecht…


Nützliche Besuche bei Nützlingen

MichalekBesuch bei BIOCAREReisen bildet ja bekanntlich. Und wenn Politiker reisen, lassen sie gerne andere teilhaben an den Neuigkeiten, die sie da erfahren haben, wenn sie vor Ort nahe an den Menschen der Region sind. Abseits von den „üblichen Verdächtigen“, den Standard-Firmen, die Politiker gerne in Einbeck und Umgebung besuchen, nimmt die Bürgermeisterkandidatin von CDU, FDP und GfE auch die kleinen Unternehmen in den Blick, die Kleinen, die aber ganz groß sind in ihrer jeweiligen Nische. Unsere Region hat viele, oftmals den meisten unbekannte Firmen, die es Wert sind, auch abseits von Wahlkämpfen eine größere Bekanntheit zu bekommen.

Dr. Sabine Michalek hat gemeinsam mit CDU-Parteifreunden (Foto) kürzlich die Firma Biocare in Hullersen besucht, die 16 Mitarbeiter in Hullersen und Markoldendorf beschäftigt. Der internationale Spezialist für biologischen Pflanzenschutz von Diplom-Agraringenieur Wilhelm Beitzen-Heineke entwickelt seit 1995 so genannte landwirtschaftliche Nützlinge.  „Abnehmer sind Landwirte in ganz Europa, die die hoch innovativen und  zuverlässigen Produkte zur Bekämpfung des Maiszünslers schätzen. In patentierten Verpackungen kommen die Schlupfwespen-Larven termingerecht zu den Kunden – für etwa 60.000 Hektar Mais europaweit“, schreibt die Kandidatin in einer Mitteilung für die Medien und schließt mit dem Satz: „Solch innovative Unternehmen machen mir Mut für die Zukunft der Wirtschaftsregion Einbeck.“

Beim Lesen der von Michalek verschickten Pressemitteilung musste ich dann aber doch schmunzeln. „Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Produkte und stecken etwa 14 % unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung“, zitiert sie da den Firmenchef von Biocare. Diese Formulierung ist vielen wohlbekannt von der Firma, bei der das Arbeitsverhältnis der Kandidatin derzeit ruht und für die sie Öffentlichkeitsarbeit machte…


Plakate postiert, die SPD fehlt noch

wahlplakateOhneSPDEs lässt sich trefflich darüber streiten, ob und wenn ja wie die Plakate vor Wahlen die Entscheidung der Wahlberechtigten beeinflussen. Ob diese Poster am Straßenrand überhaupt etwas bringen, außer dass sie Geld kosten. Doch wie dem auch sei: Die ersten Plakate für die Bürgermeisterwahl, die Stadtratswahl und auch die Landtagswahl am 20. Januar hängen, und von vielen Straßenlaternen lächeln uns wieder viele Gesichter an. CDU, FDP, GfE, Grüne und Piraten, sie alle sind nach meiner ersten Durchsicht vertreten. Selbst die Linke, die bei den Kommunalwahlen in Einbeck gar nicht antritt (jedoch bei der Landtagswahl), ist mit Bescherungsplakaten schon mehrere Tage dabei.

wahlplakateMichalekNehringBemerkenswert: Während Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek offenbar auf Masse setzt und fast an jeder strategisch günstig platzierten Laterne ein Plakat hat aufhängen lassen, fehlt von Bürgermeister Ulrich Minkner bislang jegliches Plakat. Auch seine Sozialdemokraten befinden sich offenkundig noch in Weihnachtsruhe und warten ab, während die Mitbewerber die besten, die sichtbarsten Plakatplätze belegt haben. Die SPD hat bis dato noch kein einziges Plakat aufgehängt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAInhaltlich Neues bieten die Plakattafeln indes nicht. Mehr oder weniger Standard: Name, ggf. Partei, Slogan, fertig.

Erste Großflächenplakate mit thematischer Wahlwerbung hat die GfE platziert. Sie will zum Beispiel die Kirche im Dorf lassen…

wahlplakateGfEgross


Dem Stern nicht gefolgt

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin einziger Ratsherr oder eine einzige Ratsfrau aus den Reihen von CDU und FDP hätte ja genügt, um Respekt und guten Willen zu zeigen. Dass aber von der Christlich-Demokratischen Union niemand heute Vormittag beim Empfang der Sternsinger im Rathaus dabei war, und dass auch die FDP so liberal war, den Termin nicht wahrzunehmen, sorgte durchaus selbst bei Wohlmeinenden für höheren Blutdruck. Seit fast 25 Jahren sind immer am Tag nach Weihnachten die Sternsinger der katholischen St. Josef-Gemeinde im Rathaus, geben ihren Segen, starten hier ihre jährliche, überkonfessionelle Aktion, bei der sie in Einbeck und Umgebung immer über 20.000 Euro sammeln – von Kindern für Kinder, in diesem Jahr in Tansania.

Während die SPD fast in Fraktionsstärke dabei war, hielt die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Ursula Beckendorf (GfE) wacker die Fahne der bürgerlichen Seite im Stadtrat hoch. CDU? Fehlanzeige. FDP? Nicht da. Auch von den Grünen war niemand vertreten. Irritiert hat viele außerdem, dass Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek (CDU) bei diesem Termin fehlte. Sie hatte zwar zuvor angekündigt, bis Neujahr Weihnachtspause im Wahlkampf machen (und wahrscheinlich zu Weihnachten die Familie in Bayern besuchen) zu wollen, indes ein „Wahlkampftermin“ war dies heute bei den Sternsingern ohnehin nicht.

Schon seit Jahren ist die Beteiligung der bürgerlichen Politikseite des Stadtrates beim Sternsinger-Empfang eher mau. Vor einigen Jahren hatten sich die Ratspolitiker aus der Partei mit dem C im Namen herausgeredet, man habe keine Einladung erhalten. Dieses Argument jedenfalls zieht in diesem Jahr als Ausrede nicht: Bürgermeister Ulrich Minkner hatte den Termin in öffentlicher Ratssitzung kurz vor Weihnachten laut und deutlich bekannt und allen Ratskollegen ans Herz gelegt.

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Wann meldet sich die SPD, wann der Bürgermeister?

Wenn man führende Genossen dieser Tage so hört, was sie vom Wahlkampfauftakt von Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek halten, erntet man eher Achselzucken. „Alles schon mal dagewesen“, „muss man so machen“, „zu amerikanisch“ (wegen der Ansteckbuttons, des Autos und überhaupt der Website, Facebook-Seite etc.). Gelassenheit ist glaube ich das derzeit passendste Wort, das den Zustand der Sozialdemokraten umschreibt. Der Amtsinhaber selbst macht derweil seinen Job, ist präsent.

Es bleibt abzuwarten, wann die SPD mit ihrer Wahlkampagne beginnt (die Internetseite http://www.ulrich-minkner.de ist mutmaßlich zumindest schon mal reserviert). Zunächst lautet offenbar  die Parole: Kommen lassen.

Nicht aussitzen indes lässt sich der jüngste Vorwurf der Wählergemeinschaft GfE in einer Stellungnahme zum umstrittenen Rathauskauf. Der GfE-Vorsitzende Georg Folttmann wirft dem Bürgermeister vor, dieser komme „wieder einmal“ seinen Pflichten nicht nach. Das kann Bürgermeister Ulrich Minkner nicht so unkommentiert im Raum stehen lassen und einfach so zum Tagesgeschäft übergehen.

Update 15.11.2012: Der Bürgermeister wird den Vorwurf nicht kommentieren, sagte er mir heute.