Dem Stern nicht gefolgt

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin einziger Ratsherr oder eine einzige Ratsfrau aus den Reihen von CDU und FDP hätte ja genügt, um Respekt und guten Willen zu zeigen. Dass aber von der Christlich-Demokratischen Union niemand heute Vormittag beim Empfang der Sternsinger im Rathaus dabei war, und dass auch die FDP so liberal war, den Termin nicht wahrzunehmen, sorgte durchaus selbst bei Wohlmeinenden für höheren Blutdruck. Seit fast 25 Jahren sind immer am Tag nach Weihnachten die Sternsinger der katholischen St. Josef-Gemeinde im Rathaus, geben ihren Segen, starten hier ihre jährliche, überkonfessionelle Aktion, bei der sie in Einbeck und Umgebung immer über 20.000 Euro sammeln – von Kindern für Kinder, in diesem Jahr in Tansania.

Während die SPD fast in Fraktionsstärke dabei war, hielt die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Ursula Beckendorf (GfE) wacker die Fahne der bürgerlichen Seite im Stadtrat hoch. CDU? Fehlanzeige. FDP? Nicht da. Auch von den Grünen war niemand vertreten. Irritiert hat viele außerdem, dass Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek (CDU) bei diesem Termin fehlte. Sie hatte zwar zuvor angekündigt, bis Neujahr Weihnachtspause im Wahlkampf machen (und wahrscheinlich zu Weihnachten die Familie in Bayern besuchen) zu wollen, indes ein „Wahlkampftermin“ war dies heute bei den Sternsingern ohnehin nicht.

Schon seit Jahren ist die Beteiligung der bürgerlichen Politikseite des Stadtrates beim Sternsinger-Empfang eher mau. Vor einigen Jahren hatten sich die Ratspolitiker aus der Partei mit dem C im Namen herausgeredet, man habe keine Einladung erhalten. Dieses Argument jedenfalls zieht in diesem Jahr als Ausrede nicht: Bürgermeister Ulrich Minkner hatte den Termin in öffentlicher Ratssitzung kurz vor Weihnachten laut und deutlich bekannt und allen Ratskollegen ans Herz gelegt.

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Schirmherr in Kreiensen

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHeftiger Schneefall machte gestern den Besuchern des Weihnachtsmarktes in Kreiensen überhaupt nichts aus, die Laune war blendend. Alle waren wetterfest gekleidet. „Schirmherr“ war SPD-Fraktionschef Frank Doods, der hier gemeinsam mit (v.l.) Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste), Reinhard Brinckmann (CDU) und Pastor und SPD-Ratsherrn Bernd Kuchmetzki-Ludwig (r.) den Eröffnungsworten von Ortsbürgermeister Eberhard Kunkel (SPD) lauschte.OLYMPUS DIGITAL CAMERA


EIN Minister mit Schildern

Man kann sicherlich streiten, ob ein Minister überhaupt für ein halbes Stündchen einen Zwischenstopp einlegen muss, um neue Auto-Kennzeichen in die Kameras zu halten. Aber es ist Wahlkampf, da nutzen die Herren (aber auch Damen) jede sich bietende Gelegenheit, öffentlich vorzukommen. Und da Verkehrsminister Jörg Bode ohnehin einen Termin in Göttingen hatte, war er quasi auf der Durchreise, morgens kurz vor Neun in Einbeck.

Unter dieser Kategorie Symbolpolitik lässt sich auch der Tatbestand abheften, dass zur Zulassung des ersten neuen EIN-Kennzeichens ebenso die Landtagsabgeordneten Christian Grascha (FDP) und Joachim Stünkel (CDU) zugegegen waren. Warum waren die da? Brauchte man jemanden zum Schilder halten? Warum nur die MdL aus dem Regierungslager? Oder bewusst nur diejenigen, die sich selbst ein EIN gönnen können, weil sie im Landkreis leben und Auto fahren?

Kritisch muss sich freilich auch meine eigene Zunft fragen lassen, ob die überregionalen Medien von TV und Radio an diesem frostigen, nebligen Novembermorgen wohl den Weg nach Einbeck gefunden hätten, hätte der wackere Horst Bode ganz alleine, allenfalls noch von Bürgermeister und/oder Landrat flankiert, sein EIN ans Auto geschraubt. Die Antwort ist klar: Nein.