Dicke Pötte, große Fische

Einer der Mieter des Bürgerhauses in Kreiensen ist die Marinekameradschaft Admiral von Hipper. Auch hier schaute Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek bei ihrer Kreiensen-Tour vorbei – und hatte prompt eine nächste Einladung für Januar im Notizbuch stehen, ausgesprochen vom Vorsitzenden Dieter Henze (l.). Der traditionelle Neujahrsempfang mit leckerem Labskaus-Essen ist ein erster Veranstaltungspunkt in Kreiensen – seit Jahren. Die Kandidatin wird sicher dabei sein. Interessiert ließ sie sich in den Räumen der Marinekameradschaft die Schiffsmodelle erklären und plauderte unter dem Hai mit seinen Zähnen über Labskaus. Das Fleisch-Fisch-Gericht mit Roter Beete kennt die Kandidatin, obwohl Münchenerin, seit Kinderzeiten. Eine Großmutter kam aus Norddeutschland, da gab’s in Bayern dann auch mal das Traditionsgericht der Seeleute.

Werbeanzeigen

Mit Notizbuch unterwegs

Interessiert, neugierig, immer das Notizbuch in Griffweite, um sich etwas aufzuschreiben: So habe ich Dr. Sabine Michalek auf ihrer Tour durch die Dörfer Kreiensens erlebt. Eine Kandidatin zum Anfassen, die den Kaffee für das Gespräch nach dem Rundgang durch den Ort selbst mitbringt und aus ihrem Smart die Thermokannen trägt. Und die sich in Kreiensen auch mal kurz vom Ortsbürgermeister und seiner Delegation verabschiedet, um fünf Minuten lang mit einer Bürgerin Kreiensens unter vier Augen sprechen zu können.

Die Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Einbeck hat mittlerweile ziemlich viel im Block stehen, alle 15 Ortschaften der Gemeinde Kreiensen hat sie besucht, sich von den Ortschefs und den Bürgern dort vor Ort zeigen lassen, was in ihrem Dorf gut läuft, wo die Probleme sind, was sie erwarten von der neuen Stadt Einbeck, zu der sie ab 1. Januar gehören werden. In den Einbecker Ortschaften will Michalek das fortsetzen, da braucht sie wieder gute Kondition. Vielleicht schaffen sie oder ihr Team es ja bis dahin, den Wahlkampf-Smart mit EIN-Kennzeichen auszustatten… Wo sie doch einen Neustart propagiert.


Von roten Schals und undichten Ministern…

Im Winterwahlkampf ist ein Schal nichts völlig Überraschendes. Und für einen Sozialdemokraten ein roter Schal schon mal gar nicht. Seit einiger Zeit sieht man Bürgermeister Ulrich Minkner stets mit elegant um den Hals geknoteten roten Schal. Und das sicher nicht nur wegen (erneut) drohender Erkältungen. Mit dem Start der offiziellen Kampagne für seine Wiederwahl zögern die SPD und Minkner bislang noch.

Ein anderer Roter, der oberste Rote sozusagen, hat gestern Abend Minkner die große Bühne beschert, auf der er wahlkämpfen konnte: Parteivorsitzender Sigmar Gabriel war in Einbeck. 160 Genossen saßen da im BBS-Forum, der Anlass war eigentlich die Krönungsmesse für den Bundestagskandidaten der SPD. Dr. Wilhelm Priesmeier ist seit 2002 MdB, wurde wieder nominiert, es gab keinen Gegenkandidaten. „Dieser Wahlkreis ist rot und bleibt rot“, sagte der Tierarzt aus Markoldendorf.

Ulrich Minkner kam bei seiner Begrüßung schnell auf ein aktuell brennendes Thema – und wurde deutlich. Deutlich wahlkämpfend. Der ruhige Ton eines Bürgermeister-Grußwortes war das nicht. In dem mit dem Land Niedersachsen abgeschlossenen Zukunftsvertrag (in diesem Fall Anlage 4) über die Fusion von Einbeck und Kreiensen stehe drin, dass das Land die gesundheitliche Versorgung der Region unterstütze, explizit das Einbecker Krankenhaus. Innenminister Uwe Schünemann (CDU) habe diesen Vertrag im Einbecker Rathaus Ende Oktober 2011 unterschrieben und dabei diese Unterstützung mündlich noch einmal versprochen. Und am nächsten Tag, redet sich Minkner in Rage, sage der gleiche Innenminister, dass das Land leider keine Bürgschaft für die Einbecker Klinik gewähren könne. Ulrich Minkner: „Der Typ ist doch nicht ganz dicht.“ Ihn beruhige, dass Schünemann in der nächsten Landesregierung kein Minister mehr sein werde, übrigens egal, welche Partei diese stelle.

Wenige Stunden zuvor hatte Minkner bei der Eröffnung der neuen Physik-Räume der Goetheschule in Einbeck übrigens noch locker mit seiner Herausforderin Dr. Sabine Michalek geplaudert. Man kennt sich, man duzt sich. Das Angebot, mal zu gemeinsamen Wahlkampfterminen im Auto der Kandidatin mitzufahren, hat der Bürgermeister gut gelaunt abgelehnt, er fahre mit dem Rad. Fahrradfahrerin Michalek hatte ihm die Mitfahrgelegenheit ebenso wohl gelaunt angeboten. Ein Fahrrad, ihr Fahrrad, passe in den kleinen Smart hinein…


Wann meldet sich die SPD, wann der Bürgermeister?

Wenn man führende Genossen dieser Tage so hört, was sie vom Wahlkampfauftakt von Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek halten, erntet man eher Achselzucken. „Alles schon mal dagewesen“, „muss man so machen“, „zu amerikanisch“ (wegen der Ansteckbuttons, des Autos und überhaupt der Website, Facebook-Seite etc.). Gelassenheit ist glaube ich das derzeit passendste Wort, das den Zustand der Sozialdemokraten umschreibt. Der Amtsinhaber selbst macht derweil seinen Job, ist präsent.

Es bleibt abzuwarten, wann die SPD mit ihrer Wahlkampagne beginnt (die Internetseite http://www.ulrich-minkner.de ist mutmaßlich zumindest schon mal reserviert). Zunächst lautet offenbar  die Parole: Kommen lassen.

Nicht aussitzen indes lässt sich der jüngste Vorwurf der Wählergemeinschaft GfE in einer Stellungnahme zum umstrittenen Rathauskauf. Der GfE-Vorsitzende Georg Folttmann wirft dem Bürgermeister vor, dieser komme „wieder einmal“ seinen Pflichten nicht nach. Das kann Bürgermeister Ulrich Minkner nicht so unkommentiert im Raum stehen lassen und einfach so zum Tagesgeschäft übergehen.

Update 15.11.2012: Der Bürgermeister wird den Vorwurf nicht kommentieren, sagte er mir heute.


Website der Bürgermeisterkandidatin: Was macht das Niedersachsenross dort?

Rund einen Tag später als angekündigt ist die Internetseite der Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek online gegangen. Nachdem letzte Kleinigkeiten in den folgenden Stunden offenbar noch bereinigt worden sind, habe ich mir die Website heute mal näher angesehen.

Ich bleibe dabei: Was macht das Niedersachsenross dort? Wäre hier nicht das Stadtwappen (wenn überhaupt) passender, denn schließlich geht es um eine Bürgermeisterwahl, nicht die (zwar auch am 20. Januar stattfindende) Landtagswahl?

Das Layout ist gefällig, klar, soft im Hintergrund zu sehen ist der Einbecker Marktplatz, im Gegensatz zur Übergangsseite nutzt die Kandidatin jetzt auf allen Medien doch ihren Doktor-Titel (Agrarwissenschaften). Sie präsentiert sich auf Fotos im Business-Look, aber auch sportlich auf Fahrrad oder mit Geige.

Nicht ganz verstanden habe ich, warum inhaltlich mehrere Doppelungen bei den Standpunkten, Konzept und Politik sein müssen. Ich persönlich finde es auch ein bisschen zu viel Text in zu kleinen (Unter-)Fenstern (und kleiner Schriftgröße).

Vor allem aber ein Minus: Die Website ist offenbar nicht optimiert für mobile Endgeräte. Die Seite auf Smartphone oder Tablet-Computer anzusehen, ist keine wirkliche Freude. Schade.

Update 16.11.2012: Wie mir die Kandidatin heute sagte, habe man inzwischen die Schriftgröße verbessert bzw. das Fenster vergrößert (hab’s mir angeschaut, stimmt). Das Niedersachsenross sei dort auf ihrer Website, weil sie durch die Fusion von Einbeck und Kreiensen nicht einfach das Einbecker Stadtwappen nehmen wollte, die Kreienser hätten sich dann nicht mitgenommen gefühlt. Sie wolle ja einen Neustart.


Das erste Pressegespräch mit der Bürgermeister-Kandidatin

Vor wenigen Minuten ist das erste Pressegespräch mit der Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek zuende gegangen. Hier ein erstes Update vor der öffentlichen Veranstaltung um 18.30 Uhr „60 Minuten mit…“ im Alten Rathaus am Marktplatz:

  • Thema „Zukunft Haus der Jugend“? Sie möchte alle Beteiligten an einen Tisch bringen und die Jugendlichen einbinden und gemeinsam mit den Jugendlichen eine Lösung finden. Den Gesprächstermin am nächsten Sonnabend 15 Uhr hat sie sich sofort notiert. Ein Objekt für das neue Jugendzentrum hat sie auch schon im Auge, muss aber erst noch mit dem Besitzer sprechen.
  • Bürgerschaftliches Engagement: „Wir müssen es noch mehr würdigen“
  • In den nächsten zwei Wochen wird die Kandidatin alle Ortschaften der Gemeinde Kreiensen besuchen (mit ihrem Smart, siehe Foto), dort mit allen Ortsbürgermeistern sprechen. Die Tour zum Kennenlernen macht Michalek mit Ronny Rode (SPD), Ex-Bürgermeister der Gemeinde Kreiensen. „Durch die Fusion mit Kreiensen haben wir die riesige Chance auf einen Neustart“: Neustart für die Region ist auch Michaleks Motto.
  • Schulen? Michalek möchte weiterhin alle Bildungsabschlüsse in Einbeck behalten. Das Schulzentrum in Greene werde sie mit allen Mitteln zu erhalten versuchen, denn dieses sei mehr als Schule, auch Zentrum für Sport und Kultur.
  • Dr. Sabine Michalek wird als Einzelbewerberin bei der Bürgermeister-Direktwahl antreten, unterstützt von CDU, FDP und GfE.
  • Sie wird außerdem auch für die CDU für den Stadtrat kandidieren. Auf der Liste im Wahlbereich Nordstadt steht Michalek auf Platz 1. „Ich möchte mein politisches Engagement in Einbeck nicht aufgeben. Am Liebsten möchte ich es natürlich als Bürgermeisterin fortsetzen.“
  • Rathauskauf? Dr. Sabine Michalek plädiert dafür, dass alle und damit mehr als heute bekannte Fakten auf den Tisch kommen. Alle Ratsmitglieder beispielsweise müssten den Mietvertrag einsehen dürfen, fordert sie. Sie selbst hat ihn vor einigen Jahren einmal unter Aufsicht ohne Notizmöglichkeit einsehen dürfen. „Unter den derzeitigen Konditionen kann ich einem Rathauskauf nicht zustimmen.“
  • Sie möchte als Bürgermeisterin die Kommunikation aus dem Rathaus heraus verbessern, die Politik den Bürgern besser erklären. Für den Stadtrat müsse es „so schnell wie möglich“ ein elektronisches Ratsinformationssystem geben.