Am Ende entscheidet der Wähler allein…

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Kampf ist beendet. Jetzt entscheiden die Wähler, ganz allein in der Kabine (Foto). Am Mittag hatten noch einmal alle Parteien auf dem Einbecker Marktplatz im Schneegestöber um Stimmen geworben, zur Wahl aufgerufen. Am Sonntag sind die Wähler am Zug.

In Einbeck können sie mindestens drei Zettel ausfüllen mit den verschiedenen Kreuzen, in den 46 Einbecker Ortsteilen sogar noch einen Zettel mehr für die Ortsräte. Wichtig ist: Bei der Landtagswahl gibt es zwei Stimmen, bei der Bürgermeisterwahl eine Stimme, bei der Stadtrats- und Ortsratswahl drei Stimmen! In jedem der 62 Wahllokale gibt es in Einbeck und seinen Ortschaften zwei Wahlurnen, eine für die Landtagswahl, eine für die Kommunalwahl.

Zur Wahl stellen sich 343 Kandidaten im Alter von 18 bis 80.

Bemerkenswert: In den drei Einbecker Wahlbezirken Wilhelm-Bendow-Schule, Teichenwegschule und Vogelbeck nehmen die Wähler an einer so genannten Repräsentativstatistik teil. Auf den Wahlzetteln ist das Geschlecht und das Geburtsjahr in fünf Gruppen vermerkt; das Wahlgeheimnis bleibt dadurch gewahrt, versichert der Wahlleiter.

An diesem Mammutwahltag werden die Ergebnisse verhältnismäßig spät vorliegen. Zunächst werden die Stimmzettel der Landtagswahl ausgezählt, dann die der Bürgermeisterwahl, dann die der Stadtratswahl, am Ende die der Ortratswahlen. Wie sich der neue, 44-köpfige Einbecker Stadtrat zusammensetzt, wird sicherlich nicht vor Mitternacht feststehen.

Beobachter rechnen mit ersten belastbaren Zahlen für die mit besonderer Spannung verfolgte Bürgermeisterwahl gegen 21 Uhr.

Die aktuellen Zahlen sind unter folgenden Links direkt auf den Seiten der südniedersächsischen kommunalen Datenzentrale KDS zu erfahren:

Am morgigen Wahlabend wird auch der http://www.einbecker-wahlblog.de aktuell berichten.

Zu Wahlpartys treffen sich – soweit bekannt – die Parteien in folgenden Lokalitäten: die CDU und FDP im „Centrum“ an der Langen Brücke, die SPD bei „Ebby“ am Marktplatz, die GfE im „Hasenjäger“. Der CDU-Landtagsabgeordnete Joachim Stünkel lädt zur Wahlparty ein, die bei Henniges Nutzfahrzeuge, Hullerser Landstraße, stattfinden wird.

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Es fährt ein Zug…nach Kreiensen

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuf den letzten Metern des Wahlkampfes hatte der Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz (SPD) am Freitagnachmittag ein Mitglied des Schattenkabinetts seiner Partei in Einbeck zu Gast. Olaf Lies (Foto, links, neben Schwarz, Christian Gabriel und René Kopka), der beim Mitgliederentscheid der Sozialdemokraten für die Spitzenkandidatur Stephan Weil unterlegen war und jetzt in dessen Team als Wirtschaftsminister designiert ist, besuchte die Ilmebahn und Geschäftsführer Christian Gabriel.

Ursprünglich sollte Lies mit dem Ilmeblitz direkt aus Salzderhelden zum alten Bahnhof in der Kernstadt fahren. Doch der rote Schienenbus ist defekt, das notwendige Ersatzteil ist zwar beschafft, es konnte aber nicht mehr rechtzeitig eingebaut werden. So musste Lies (noch) das Auto nehmen…

Nur wenige Meter von Einbeck-Salzderhelden sind es es bis Einbeck-Mitte, drei Minuten Fahrzeit. Gabriel erläuterte Lies die schon seit längerem bekannten Pläne, die DB-Regionalbahn von Bad Harzburg über Kreiensen bis Einbeck-Mitte zu verlängern. Heute haben die Züge in Kreiensen zwei Stunden Aufenthalt auf dem Weg nach Göttingen. „Wir könnten sofort loslegen“, sagte der Ilmebahn-Chef. Die Strecke gehört der Ilmebahn, sie ist gut in Schuss, wird mit Güterverkehr ohnehin befahren. Auf rund 100.000 Euro bezifferte Gabriel die notwendigen Investitionen (Bahnsteig, Fahrgastinfo etc.).

„Da muss man ran“, sagte Olaf Lies. Bei diesem Projekt stimme ja offenbar alles, die Kosten seien vergleichbar mit anderen Reaktivierungen gering. Man solle das einmal zwei Jahre ausprobieren, ob die Pläne funktionieren. Er sagte zu, sich bei der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft für die Vitalisierung der Strecke einzusetzen und dort nachzufassen: „Wo ist denn die Hemmschwelle für die?“. Den in Kreiensen stehenden Zug solle man nicht dort nutzlos stehen lassen.

Gerade auch vor dem Hintergrund der erfolgten Fusion mit Kreiensen besteht hier offenbar die realistische Chance, eine umsteigefreie Verbindung zwischen Kreiensen und der Stadtmitte Einbeck schaffen zu können. Bis zum PS-Speicher werden Züge ohnehin fahren (dort gibt es einen Haltepunkt der Ilmebahn), ein regelmäßiger Takt abseits von diesen Museumsbahnen oder historischen Sonderzügen wäre auch für Schüler der nahen BBS hilfreich.


Puls fühlen

NeujEmpfangEIN_alleAusschnittNeujEmpfangEIN_SchwarzGraschaEs war natürlich das Top-Thema bei den vielen Gesprächen vor und nach dem offiziellen Teil des Neujahrsempfangs gestern Abend in Einbeck: Wie geht die Wahl aus? Wer gewinnt am Sonntag? Fast exakt 48 Stunden vor Schließung der Wahllokale waren noch einmal alle versammelt, viele von ihnen stehen zur Wahl, und hörten einen kurzweiligen Vortrag über den PS-Speicher von Karl-Heinz Rehkopf.

An den Stehtischen beim „Get together“ und anschließend an den Vortrag konnte dann der Puls gefühlt werden, wie Moderator Eberhard Schmah einleitete. „Es liegt Spannung in der Luft.“ Unter den Gästen waren nicht nur zahlreiche Kandidaten für den Stadtrat, sondern auch die beiden Bürgermeister-Kontrahenten, Ulrich Minkner und Dr. Sabine Michalek. Außerdem die Landtagsabgeordneten Joachim Stünkel, Uwe Schwarz und Christian Grascha (Foto links).

Ein wenig war trotz der Spannung aber bei vielen Akteuren auch Erleichterung zu spüren. Ein knochenharter Winterwahlkampf mit dichter Terminfolge liegt so gut wie hinter den meisten. Zur Stunde noch ein letzter Straßenwahlkampf an den Ständen auf dem Marktplatz im Schneetreiben, dann haben die Wähler das Wort.