Authentisch im Netzwerk

17.01.2013Authentisch – das ist wohl das Wort, das am Besten beschreibt, wie sich Bürgermeister(-kandidat) Ulrich Minkner (SPD) gestern Abend beim monatlichen Stammtisch des Xing-Netzwerks Einbeck präsentiert hat (Foto, mit den Moderatoren). Wer den Amtsinhaber bislang noch nicht persönlich kannte, bekam einen kleinen Eindruck, wie er „tickt“, wie er Politik macht. Ich denke, ich kann das ein wenig beurteilen, denn ich kenne den Mann schon seit etlichen Jahren.

Warum man ihn wählen solle? Weil er sich sachlich und vernünftig den verschiedenen Problemen widme, antwortete der Bürgermeister auf eine Frage aus dem Mitgliederkreis des Netzwerks Einbeck. Die Wähler könnten doch nur demjenigen Politiker Vertrauen und Stimme geben von dem sie denken, dass er sich den Problemen von morgen stelle – welche auch immer das seien. Er selbst sei als gelernter Buchhändler nicht in einer Verwaltung groß geworden, „ich komme aus der politischen Ecke“, sagte Minkner. Er lasse sich Sachverhalte erklären, und er überlege dann mit seinen Mitarbeitern, den Fachleuten in der Verwaltung, wie man ein gutes Ergebnis für die Bürger erzielen könne. Seit sechs Jahren mache er das so.

Im ausführlichen Dialog sprachen Bürgermeister und Netzwerker über nahezu alle politische Themen in Einbeck, von der Kinderbetreuung („Es muss noch mehr und noch flexiblere Angebote für Eltern geben“) über die Rettungsbemühungen für das Krankenhaus („Wir sind so gut wie durch“) und die Zukunftsprojekte PS-Speicher und Poser-Park („offensive, positive Themen“) bis hin zur Frage, wie auf den demografischen Wandel und seine Folgen zu reagieren sei. Minkner erklärte, es gebe kein Patentrezept gegen die Tatsache, dass immer weniger Menschen in der Region leben. Wahr sei aber auch, dass Einbeck mehr Einpendler als Auspendler habe und immer noch ein attraktiver Standort sei. Die Einwohnerzahl in der Kernstadt sinke nicht mehr, problematischer seien da die Dörfer. Jugendliche grundsätzlich hier in Einbeck halten zu wollen, sei falsch. Sie müssten sich nach der Schulausbildung „den Wind um die Nase wehen lassen“, und sollten dann zurück kommen können, weil es hier Jobs für sie gibt.

Über seine Gegenkandidatin, die von CDU, FDP und GfE unterstützt wird, hatte der Bürgermeister viel Positives zu sagen. „Die Frau ist gut“, ihre Aufgabe als ehrenamtliche Stellvertreterin habe sie „ausgesprochen gut gemacht“, sagte Minkner. Er meinte das durchaus ernst – sein typisches Lächeln verriet hingegen ebenso unmissverständlich, dass er es besser findet, wenn sie seine Stellvertreterin bleibt.

Minkner erklärte unumwunden, keinen „Plan B“ zu haben für den Fall der Fälle, was wäre wenn… Mit dieser Frage würde er sich befassen, wenn die Situation einträte, nicht vorher, sagte er. Bis zur Feststellung des offiziellen Ergebnisses am kommenden Donnerstag sei er ohnehin noch als Bürgermeister im Amt, zumindest noch diese drei Tage, erklärte er humorig – um hinzu zu fügen: „Ich komme nächstes Jahr gerne wieder“. Ohne es explizit zu sagen, meinte Minkner selbstverständlich: als Bürgermeister.

Minkners Herausforderin Dr. Sabine Michalek, die ursprünglich auch an diesem Abend dabei sein sollte, hatte mit Hinweis auf andere Termin abgesagt. Die Zahl der angemeldeten Gäste schmolz daraufhin zusammen, da viele Netzwerk-Mitglieder vor allem einen Abend mit beiden zur Wahl stehenden Kandidaten interessant gefunden hätten. Ich auch.

Das wäre auch sicherlich noch spannender gewesen…

(Anmerkung: Ich bin selbst Mitglied des Xing-Netzwerks Einbeck. Im Vorfeld hatte ich angefragt, ob die Veranstaltung offen und auch zur Berichterstattung frei sei. Ulrich Minkner hatte nichts gegen eine Berichterstattung. Ich hätte selbstverständlich auch eine Bitte respektiert, sozusagen „Off the Record“, miteinander sprechen zu wollen. Dann hätte ich auch nicht berichtet.)

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2 Kommentare on “Authentisch im Netzwerk”

  1. […] habe am Freitag ihre ersten Termine, sagt mir Minkner heute. Und er? Er, der keinen “Plan B” gemacht hatte, werde überlegen, wie und wo es weitergehe. In die SPD-Ratsfraktion, in die er […]


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