Was digitale Fotos verraten…

SchüneGrSt_012013Da wollten sich die beiden um ihre Mandate kämpfenden Landtagsabgeordneten gestern und wenige Tage vor dem Wahltag nicht die Butter vom politischen Brot nehmen lassen: Zwei Stunden vor Beginn der Krankenhaus-Kreistagssitzung verschickten Christian Grascha (FDP) und Joachim Stünkel (CDU) über Graschas Landtagsbüro eine gemeinsame Pressemitteilung (Wortlaut hier: Landkreis Bürgschaft Krankenhaus_15.01.2013), dass die Bewilligung einer Bürgschaft über eine Million Euro durch den Kreistag ein positives Signal wäre… beide Politiker sind auch Kreistagsabgeordnete und stimmten gestern (positiv) mit ab

Im Kern überbrachten die beiden Politiker per Pressemitteilung rechtzeitig zum frühen Redaktionsschluss in Zeitungsredaktionen die Botschaft, der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann habe gegenüber den beiden Landtagsabgeordneten „in einem Gespräch zugesichert, die notwendigen Prüfungen auch weiterhin mit höchster Priorität im Sinne des Krankenhauses durchzuführen“. Die nächste Gesprächsrunde (nach positiver Entscheidung des Kreistages) mit dem Ministerium sei für heute (Mittwoch) vereinbart.

Auch das Sozialministerium habe ihnen gegenüber grünes Licht gegeben, Zitat: „Die Sozialministerin Frau Özkan hat mit heutigem Schreiben an den Landkreis erklärt, dass das Sertürner Krankenhaus für den Bedarf im Landkreis notwendig ist. Dies werde dadurch dokumentiert, dass es im Krankenhausplan des Landes für 2013 enthalten ist.“

Wann das Gespräch mit Schünemann stattfand, wollte Grascha gestern auf Nachfrage nicht sagen, nur soviel, dass es „in den letzten Tagen“ stattgefunden habe.

Das zusammen mit der Pressemitteilung verschickte Foto jedenfalls (Foto) ist vermutlich bei anderer Gelegenheit entstanden (denn ich möchte keinesfalls behaupten, dass uns da eine wochenalte Info als aktuell ausgegeben werden soll). Dass das Foto früher aufgenommen worden ist,  jedenfalls legen die Fotodaten nahe, die bei jedem digitalen Foto automatisch mit gespeichert werden und die hier verraten, dass die Aufnahme am 27. November 2012 um 13.58 Uhr entstanden ist. Wir gehen mal davon aus, dass der Fotograf Datum und Uhrzeit in seiner Kamera korrekt eingestellt hat.

Fotografiert wurde übrigens mit einer Canon EOS 350 D, ohne Blitz, bei einer Empfindlichkeit von 400 ISO mit Blende 5  und 1/50 Belichtungszeit…

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Operation Kreistagssitzung

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Interesse war groß an der gestrigen Kreistags-Sondersitzung zum Thema Einbecker Krankenhaus. Groß war leider nicht die Flexibilität der Kreisverwaltung, die den großen Zuschauerraum nicht anbot, weil dort Wahlurnen und -unterlagen standen… vielleicht hätte es im Kreishaus für das erwartbare große Zuschauerinteresse noch einen anderen Raum gegeben, in dem man kurzfristig die Wahl-Utensilien hätte abstellen können, um den Menschen bequemere Möglichkeiten geben zu können, die Bürgschaftssitzung zu verfolgen.

Letztlich haben die meisten Interessierten im Sitzungssaal einen Sitzplatz gefunden, hier nur vorübergehend als Zuhörerin auf dem Fußboden saß die stellvertretende Bürgermeisterin, Dr. Ursula Beckendorf (GfE).

Mit dabei waren auch (Foto) die beiden Bewerber um das Bürgermeisteramt, Amtsinhaber Ulrich Minkner und seine Herausforderin Dr. Sabine Michalek. Hier im lockeren Gespräch mit den Kreistagsabgeordneten aus Einbeck, Christian Grascha (FDP) und Dirk Ebrecht (CDU). Humor löst ja manchmal Anspannungen.

Auch der neue Rathaus-Jurist, Torsten Wendt, war an der Seite seines Bürgermeisters mit dabei, die Akten in der Tasche, bereits auch schon im vorher nicht-öffentlich tagenden Kreisausschuss. Operation Kreistagssitzung konnte beginnen…


Es war noch rote Suppe da

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs war noch Suppe da, genügend Suppe, weil soviele Menschen an diesem kalten Dienstag Nachmittag nicht da waren, auf dem Marktplatz in Einbeck. Die Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping (Foto), hatte natürlich rote Tomatensuppe (im Becher) im Angebot, als sie Einbeck gestern besuchte.

Mit den leeren Tellern (je einer für eines der 576 armen Kinder in Einbeck, so die Linke) wollte die Linkspartei auf die Kinderarmut auch in dieser Region aufmerksam machen.

Mit an ihrer Seite beim Suppe verteilen („Echt heiß“) hatte die Linken-Vorsitzende den Kreistagsabgeordneten der Linken, Andreas Böhme (der sich schnell in Richtung Krankenhaus-Kreistags-Sondersitzung nach Northeim verabschieden musste), und die Landtagsabgeordnete und Kandidatin der Linken im Wahlkreis Northeim, Marianne König. Der Einbecker Wahlkreis-Kandidat der Linken, Carlo Bleichert, war erkrankt.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Warum die Linken mit in Holland zugelassenen Wahlkampf-Fahrzeugen und Suppenküchen-Anhänger vorfuhren, blieb zunächst unklar.


C wie Canvassing

CIMG1220Den Begriff benutzt eigentlich nur die CDU, und das regelmäßig schon seit Jahren vor Wahlen: Canvassing. Die Christdemokraten meinen damit meist die Informationsstände, die sie in Fußgängerzonen, vor Einkaufsmärkten oder an sonst strategisch günstigen Standorten aufbauen, um für bevorstehende Wahlen zu werben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Joachim Stünkel (Foto, bei einem Firmenbesuch bei der Firma Heyne & Penke in Dassel) hat sich für den morgigen Donnerstag (17. Januar) zwischen 10 und 12 Uhr angesagt, auf dem Einbecker Marktplatz gemeinsam mit seinen Einbecker CDU-Parteifreunden zu canvassen, wenn man so sagen will.

Wenn wir mal auf Wikipedia vertrauen (was man ja nicht immer und überall tun sollte), dann versteht man unter Canvassing den „Kundenfang“ oder die „Stimmenwerbung“, also „die systematische Anbahnung eines direkten Kontaktes zu einer bestimmten Gruppe von Personen“, wie die Internet-Enzyklopädie schreibt. Als Ziel beschreibt Wikipedia: „Herauszufinden, wie der Wähler abstimmen wird. Diskussionen oder Überzeugungsarbeit sind von eher untergeordneter Bedeutung.“

Da können wir ja mal gespannt sein – und vorsichtig sein, wenn jemand herausfinden will, wie ich stimmen werde…