Von Offenen Briefen und offenen Baustellen…

Screen080113GrüneWebsiteWir leben in einem freien Land, in dem jeder an jeden Briefe schreiben kann.

Wer einen Offenen Brief schreibt, quasi eine Postkarte, die jeder lesen kann, der möchte andere am Inhalt eines Briefes teilhaben lassen. Das haben jetzt die Einbecker Grünen getan. Sie haben einen Offenen Brief an den Bundestagsabgeordneten Peer Steinbrück geschrieben, 11011 Berlin. (Hier der Original-Wortlaut: Offener Brief Grüne 010113)

Dem Einbecker Ortsverband der Grünen geht es um das Kanzlergehalt. Denn der Bundestagsabgeordnete Peer Steinbrück ist ja nicht nur der Bundestagsabgeordnete Peer Steinbrück. Sondern der Mann, der für die SPD im Herbst ins Kanzleramt einziehen möchte. Ob dann nicht besser die SPD-Zentrale im Willy-Brandt-Haus formal die richtige Adresse für den Offenen Brief gewesen wäre, lassen wir mal dahin gestellt. Auch über die Debatte des hohen, des zu hohen, zu niedrigen oder sonstwie angemessenen oder eben nicht angemessenen Gehaltes eines Bundeskanzlers will ich nichts sagen. Darüber ließe sich wahrlich trefflich streiten. Auch darüber, dass seine Aussagen – um es mit den Worten eines Ex-SPD-Kanzlers zu sagen – sicherlich suboptimal waren.

Warum nun aber die Einbecker Grünen, die mitten im Kommunalwahlkampf stecken (müssten) und denen ebenso am 20. Januar eine Landtagswahl bevorsteht, jetzt am Neujahrstag einen empörten Brief an den SPD-Kanzlerkandidaten schreiben, ist mir ein Rätsel. Der Brief, der die soziale Schieflage geißelt, gipfelt in dem Schluss: „Wir erleben Sie als einen sehr selbstbezog[e]nen Menschen mit einer elitären Gesinnung und  einer fehlenden Selbstkontrolle. Als Kanzler wären Sie ein Risiko für unser Land. Deshalb sollten Sie konsequent sein und auf die Kandidatur verzichten, wenn Sie nicht in erster Linie dienen, sondern verdienen wollen.“

Nun, der Kanzlerkandidat wird diesen Offenen Brief des Einbecker Grünen-Ortsverbandes, bei allem Respekt, wenn überhaupt, nur in Ausschnitten zur Kenntnis nehmen. Er wird ganz sicher auch nicht, aber das ist natürlich Spekulation, einen Antwortbrief verfassen und vor den Forderungen der Einbecker Grünen, er möge als Kandidat zurücktreten, ängstlich zucken.

Dass die Grünen, das habe ich jedenfalls gelesen, gerne nach der nächsten Landtags- und auch nach der Bundestagswahl eine Rot-Grüne Koalition schmieden möchten (und dass sie sicher auch einer Verbindung mit der SPD im neuen Einbecker Stadtrat nicht abgeneigt sind, wenn die Mehrheitverhältnisse das hergeben), lasse ich mal unkommentiert. Vielleicht sind das ja andere Grüne.

Wie gesagt, wir leben in einem freien Land, in dem jeder Briefe schreiben kann. Die Zeit bei den Einbecker Grünen dafür scheint reichlich vorhanden zu sein. Wenn ich auf die Internetseite der Einbecker Grünen, die beim Eintippen der Adresse http://www.gruene-einbeck.de erscheint, schauen würde, die noch Terminankündigungen für 2011 enthält, die das Wahlprogramm für die 2011-er Kommunalwahl zum Download anbietet, und nicht das 2013-er, das die Grünen auf dem Marktplatz in Papierform verteilen, dann würde mir etwas anderes einfallen. Aber jeder setzt selbstverständlich seine eigenen Prioritäten.



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