Wischen und tippen

Wo andere von flüssiger Demokratie nur sprechen, war einer beim Informationsabend zur Kreisreform ständig im Datenstrom unterwegs: Benjamin Richter, Landtagskandidat der Piratenpartei im Wahlkreis Northeim und Kreisvorsitzender der online-affinen Partei. Der bei Dassel lebende IT-Mann hatte während der kompletten zweieinhalbstündigen Veranstaltung seinen iPad auf dem Schoß und wischte und tippte. Zu Wort meldete er sich nicht.

Böse Zungen behaupten, wer ein Wortprotokoll der Diskussion dieses Abends benötigt, wüsste nun, an wen er sich wenden könnte. Vielleicht hat der Piratenkandidat aber auch nur seine Follower informiert. Darauf ein Flausch ;-)

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One Comment on “Wischen und tippen”

  1. Normalerweise hätte ich (Aljoscha Rittner) ja da sein sollen, weil ich der Direktkandidat für diesen Wahlkreis bin. Ich hatte aber aber eine Ausschusssitzung im Rat der Stadt Uslar.

    Deswegen war das Protokoll von ihm sehr wichtig für mich. Auf Wunsch kann ich die Zusammenfassung mal zuschicken, wenn der Mailaccount genug Platz lässt ;-)

    In Uslar war ich auf der letzten Veranstaltung zur KreisKONfusion. Ehrlich gesagt habe ich dort sämtliche Presse vermisst. Es war niemand da, es hat niemand berichtet. Dabei waren einige Aussagen – insbesondere der SPD – bemerkenswert. Uwe Schwarz betrachtete zum einen die (inzwischen abgeschlossene) repräsentative Bürgerbefragung von 1500 Bürgern als bindend. Zudem gäbe es im neuen Jahr, nach Veröffentlichung der Ergebnisse des Lenkungsausschuss, eine Bürgerbefragung, die ebenfalls für ihn (und die SPD) bindend sei. So seine Aussage nach drei mal nachfragen.

    Apropos Nachfragen: Meine Fragen zu Alternativen, Kosten, Ersparnisse, Vor- und Nachteile wurden von fast allen Beteiligten ausweichend beantwortet. Meine Fragen nach konkreten Zwischenergebnissen wurden schon fast bissig kommentiert: Dafür wäre ja diese Informationsveranstaltung. Die Ironie dieser Aussage ist Wickmann vermutlich entgangen.

    Einzig der Vertreter von Northeim 21 schien ansatzweise gut informiert zu sein. Er hatte Material dabei, konnte konkrete Zahlen aus Gutachten herbeten und war in der Lage einen Überblick zu geben. Dabei ist er von den Ausschüssen ausgeschlossen, weil ja nur Parteien mit Fraktionsstärke zugelassen sind. Demokratie ist schon ein schweres Ding.

    Der Grünen Politiker machte uns Mut, in dem er sein vollstes Vertrauen aussprach und erwartete, dass wir das alle auch haben sollten. Und die Person von der FDP gab zugleich am Anfang zu, er habe sich gar nicht vorbereitet, weil er das nicht bräuchte. Aber es kam während der ganzen Veranstaltung von ihm keine vernünftige Aussage.

    Es tut mir leid. Wenn das eine Werbeveranstaltung für die Arbeit der Ausschüsse zur Kreisfusion war, bin ich komplett kuriert. Ich habe kein Herzblut am Für oder Wider der Kreisfusion. Ich bin in Göttingen geboren, Osterode aufgewachsen, habe in Hardegsen geheiratet und wohne nun in Uslar-Schlarpe. Das ist meine Region, egal wie groß die Grenzen sind. Aber es muss Sinn machen. Sinn erfasst man aber nur durch Verständnis. Den konnte man aber mit dieser Veranstaltung in Uslar nicht erlangen. Wahrlich nicht.


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