Wer den Weihnachtsmarkt 2013 eröffnet…

Die kurzen Reden waren eigentlich gehalten, der Weihnachtsmarkt eröffnet. Da ließ sich Bürgermeister Ulrich Minkner von Frank Hagemann, Geschäftsführer der Einbeck Marketing GmbH, noch einmal das Mikro geben. Eine schöne Vorweihnachtszeit hatte Minkner den ersten Gästen des Einbecker Weihnachtsdorfes bereits gewünscht, was also wollte der Bürgermeister nun noch sagen?

Er möchte gerne im nächsten Jahr wieder den Weihnachtsmarkt in Einbeck eröffnen, merkte Minkner als nachgeschobenen Schlusssatz humorig an… seine Herausforderin am 20. Januar hörte aus der ersten Reihe zu und möchte dieses sicherlich nicht…

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341 Namen: Wer kandidiert wo?

Zugegeben, die Liste der jetzt vom Wahlausschuss zugelassenen Kandidaten für die Bürgermeister-, Stadtrats- und Ortsrätewahl ist trockene, harte Kost, will man gründlich alle Namen studieren. 123 Frauen und Männer kandidieren für den Stadtrat, 216 für die 24 zu wählenden Ortsräte (in den anderen Dörfern gibt es Ortsbeauftragte), zwei für den Bürgermeisterposten.

Aber es lohnt sich, die Liste einmal genauer zu betrachten: Jüngste Kandidatin ist Helen Traupe (18), die nicht nur in jahrzehntelanger sozialdemokratischer Tradition steht (Großvater und Vater sind für die SPD politisch aktiv), sondern kürzlich die Chance ergriffen hat, sich mit ihrem SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel ablichten zu lassen (Foto). Ältester Kandidat ist Reiner Jordan (80) auf der Liste der FDP.

Und man sieht, dass nicht nur Dr. Sabine Michalek mit Netz und doppeltem Boden kandidiert (sie steht auch auf Platz 1 der CDU-Liste), denn Bürgermeister Ulrich Minkner kandidiert ebenfalls für einen Stadtratssitz, genauso auf Platz 1, auf der Liste der SPD, allerdings in einem anderen Wahlbereich (Einbeck-Süd und Oststadt).


EIN Vorteil Bürgermeister

Die Kandidatin für das Bürgermeisteramt fährt zwar im schicken Smart mit unverkennbarer Beschriftung durch die Gegend. Was diesem Fahrzeug für eine künftige erste Bürgerin der Stadt Einbeck aber bislang fehlt, das ist das neue alte EIN-Kennzeichen. Hier ist der Einbecker Bürgermeister, Ulrich Minkner, deutlich weiter. An seinem privaten Fahrzeug prangt seit einigen Tagen schon das neue Einbecker Kennzeichen. Die Herausforderin fährt noch mit dem unbeliebten NOM über die Dörfer und wirbt für ihren Neustart…

Und bitte jetzt nicht mit Postleitzahl und Kreiensener Identifikation etc. kommen. Klar, es gibt Wichtigeres, aber Politik darf den Bürgern durchaus auch Spaß bereiten (was sie mit den neuen Möglichkeiten des EIN mittlerweile auf den Straßen deutlich erkennbar tut).

Und: Ein Wahlkampf lebt (auch) von Symbolen.


Klimaschonend auf dem Einbecker Zebrastreifen

Das muss man den Grünen lassen, das ist mal eine Bildidee, die sich von der Masse der Gruppenfotos abhebt: Auf dem Zebrastreifen am Neuen Markt vor dem Neuen Rathaus schreiten die Kandidaten für die Stadtratswahl am 20. Januar in einer Reihe über die Straße. Leider fehlen drei, insgesamt treten die Grünen mit zehn Kandidaten an. Also nicht nur Fab Four.

Denn natürlich ist das berühmte Cover-Foto der Beatles, der fantastischen Vier, als Vorbild sofort zu erkennen. Nun ist der Neue Markt in Einbeck nicht die Abbey Road, wo das bekannte Vorbild 1969 entstanden war. Und das Neue Rathaus sicher auch nicht das legendäre Tonstudio, in dem die Beatles in London ihr Album aufgenommen haben.

Was nun wollen uns die Grünen mit diesem Bild sagen?

Gehen wir mal davon aus, dass sie wissen, unter welchen Umständen das Beatles-Coverfoto entstanden ist. Ursprünglich wollten die Beatles für das Foto für ihr neuen Album in die Nähe des Mount Everest im Himalaya fliegen. Weil sie dazu aber keine Lust hatten, gingen sie nur kurz vor die Tür in London und spazierten über den Zebrastreifen. Klimaschonend war das schon damals, also genau das Richtige für die Grünen.

Wie lange das Fotoshooting der Einbecker Grünen dauerte, ist bislang nicht überliefert (erkennbar ist nur, dass da im Hintergrund ein dunkler Wagen drängelt, das wollen wir jetzt mal nicht weiter politisch interpretieren). Die Beatles brauchten nur gut zehn Minuten, dann hatte Fotograf Ian MacMillan das Cover im Kasten. Auf dem Einbecker Foto gibt Landtagskandidat Hans-Joachim Nehring den Spitzenmann. Die Rolle des Paul McCartney, der barfuß mit Zigarette den Zebrastreifen quert, ist auf dem Einbecker Bild Michael Neugebauer zugedacht, der zweite Herr von links. Nur geht der nicht ohne Socken (wie Paul) über die Straße, und eine Zigarette ist auch nicht zu erkennen…


Clevere Feuerwehr

Nachdem sie mehrmals alte Fahrzeuge aus anderen Ortsfeuerwehren „auftragen“ musste, hat die Feuerwehr Rittierode seit vergangenem Jahr ein nagelneues, exakt auf die Wünsche des Ortes ausgerichtetes Löschfahrzeug. Ortsbrandmeister Gerd Körber (r.) und sein Stellvertreter Markus Dumont (l.) berichten der Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek stolz darüber und von der aktiven Wehr: 34 Aktive, davon zehn Frauen, kümmern sich um den Brandschutz in der 238-Einwohner-Ortschaft.

Während der gesamten Ortstour begeistert die Feuerwehr die Kandidatin:  „Ich bin beeindruckt von den gut aufgestellten Freiwilligen Feuerwehren. Hier wurde über Jahre hinweg sehr vorausschauend geplant.“


Wenigstens der Bahnhof bleibt Kreiensen…

Begleitet wurde Kandidatin Dr. Sabine Michalek während ihrer Tour vom Kreiensener Bürgermeister im Ruhestand, Ronny Rode (SPD). „Ich bin sehr dankbar, dass sich Herr Rode so viel Zeit nimmt. Durch seinen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz in der Gemeindeverwaltung Kreiensen und als Bürgermeister kann er mir überparteilich wichtige Hintergrundinformationen beispielsweise zu einzelnen, speziellen Verträgen oder anderen Besonderheiten geben“, sagte die Herausforderin bei ihrer Tour durch alle 15 Ortschaften der heutigen Gemeinde Kreiensen.

Hier, es dämmert schon leicht, zeigt Ronny Rode (l.) mit Ortsbürgermeister Eberhard Kunkel (r.) der Kandidatin den Bahnhof Kreiensen. 3000 Pendler sind hier täglich unterwegs, viele nutzen die begehrten, kostenfreien Park & Ride Parkplätze. Was die Kreienser nicht verschweigen: Dass sie froh darüber sind, dass am Bahnhof auch künftig Kreiensen und nicht Einbeck stehen wird.


Dicke Pötte, große Fische

Einer der Mieter des Bürgerhauses in Kreiensen ist die Marinekameradschaft Admiral von Hipper. Auch hier schaute Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek bei ihrer Kreiensen-Tour vorbei – und hatte prompt eine nächste Einladung für Januar im Notizbuch stehen, ausgesprochen vom Vorsitzenden Dieter Henze (l.). Der traditionelle Neujahrsempfang mit leckerem Labskaus-Essen ist ein erster Veranstaltungspunkt in Kreiensen – seit Jahren. Die Kandidatin wird sicher dabei sein. Interessiert ließ sie sich in den Räumen der Marinekameradschaft die Schiffsmodelle erklären und plauderte unter dem Hai mit seinen Zähnen über Labskaus. Das Fleisch-Fisch-Gericht mit Roter Beete kennt die Kandidatin, obwohl Münchenerin, seit Kinderzeiten. Eine Großmutter kam aus Norddeutschland, da gab’s in Bayern dann auch mal das Traditionsgericht der Seeleute.


Doppelt promoviert

Beim Rundgang der Bürgermeisterkandidatin Dr. Sabine Michalek durch Rittierode mit dabei: Dr. Reinhard Binder (l.), der FDP-Vorsitzende aus Einbeck, niedergelassener Mediziner im benachbarten Salzderhelden. Ein Nachbar also. Soviel Promovierte in Rittierode, scherzen alle. Die Betroffenen amüsiert’s. Der 238-Einwohner-Ort Rittierode wird von Ortsvorsteher Matthias Zaft (r.) vorgestellt. Ein Dorf, in dem einem die Pferde auf Schritt und Tritt begegnen. Und dass ohnehin seit Langem schon nach Einbeck orientiert ist. Sogar die Einbecker Telefon-Vorwahl hat Rittierode schon seit Jahrzehnten…

Probleme? Schön wäre eine Busverbindung nach Einbeck. Die Kandidatin hat’s notiert.


Mit Notizbuch unterwegs

Interessiert, neugierig, immer das Notizbuch in Griffweite, um sich etwas aufzuschreiben: So habe ich Dr. Sabine Michalek auf ihrer Tour durch die Dörfer Kreiensens erlebt. Eine Kandidatin zum Anfassen, die den Kaffee für das Gespräch nach dem Rundgang durch den Ort selbst mitbringt und aus ihrem Smart die Thermokannen trägt. Und die sich in Kreiensen auch mal kurz vom Ortsbürgermeister und seiner Delegation verabschiedet, um fünf Minuten lang mit einer Bürgerin Kreiensens unter vier Augen sprechen zu können.

Die Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Einbeck hat mittlerweile ziemlich viel im Block stehen, alle 15 Ortschaften der Gemeinde Kreiensen hat sie besucht, sich von den Ortschefs und den Bürgern dort vor Ort zeigen lassen, was in ihrem Dorf gut läuft, wo die Probleme sind, was sie erwarten von der neuen Stadt Einbeck, zu der sie ab 1. Januar gehören werden. In den Einbecker Ortschaften will Michalek das fortsetzen, da braucht sie wieder gute Kondition. Vielleicht schaffen sie oder ihr Team es ja bis dahin, den Wahlkampf-Smart mit EIN-Kennzeichen auszustatten… Wo sie doch einen Neustart propagiert.


Wischen und tippen

Wo andere von flüssiger Demokratie nur sprechen, war einer beim Informationsabend zur Kreisreform ständig im Datenstrom unterwegs: Benjamin Richter, Landtagskandidat der Piratenpartei im Wahlkreis Northeim und Kreisvorsitzender der online-affinen Partei. Der bei Dassel lebende IT-Mann hatte während der kompletten zweieinhalbstündigen Veranstaltung seinen iPad auf dem Schoß und wischte und tippte. Zu Wort meldete er sich nicht.

Böse Zungen behaupten, wer ein Wortprotokoll der Diskussion dieses Abends benötigt, wüsste nun, an wen er sich wenden könnte. Vielleicht hat der Piratenkandidat aber auch nur seine Follower informiert. Darauf ein Flausch ;-)